Wie Tiere die Zeit wahrnehmen

Wer kennt das nicht: Sie gehen spazieren. Ihr Hund ist von der Leine. Sie sehen, wie er im Gebüsch irgendeine eklige Leckerei findet … und los geht die Jagd! Egal wie schnell Sie sich bewegen, Ihr Hund ist schneller. Ihn einzufangen und ihm die Beute abzujagen ist fast unmöglich.
Warum ist das so?
Es liegt an der Zeitwahrnehmung. Ihr Hund nimmt Zeit schneller wahr als Sie. Er sieht Ihre Bewegungen nicht gerade in Zeitlupe, aber doch verlangsamt und kann selbst, in seiner eigenen schnelleren Zeit, blitzschnell reagieren.
Zeitwahrnehmung ist sehr subjektiv von Spezies zu Spezies. Eine objektive Methode, die Zeitwahrnehmung einer Spezies zu bestimmen ist die sogenannte Critical Flickerfusion Frequency (CFF), die Flimmerverschmelzungsfrequenz. Dies ist die niedrigste „Bildrate“, bei der einzelne Bilder als „Film“ wahrgenommen werden.
Für den Menschen liegt diese Frequenz im Durchschnitt bei 60 Hertz (= 60 Bilder pro Sekunde). Daher arbeiten Fernseher mit mindestens dieser Bildfrequenz!
Bei Hunden liegt sie bei 80 Hertz! Für einen Hund ist Fernsehen nur eine schnelle Abfolge von einzelnen Bildern, kein Film. Wahrscheinlich interessieren sich deshalb auch nicht besonders dafür.
Fliegen sehen mit 250 Hertz (!) und nun wissen Sie, warum sie sich noch viel schwer fangen lassen.

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