Parvovirose

Ich habe in der letzten Zeit vermehrt gelesen, dass durch den Import von Hunden aus dem Ausland Infektionskrankheiten wie Parvovoirose wieder vermehrt auftritt und man unbedingt mit seinen Hunden zum Impfen kommen soll.

Um das klar zu stellen: ich bin kein Impfgegner. Ich denke, man sollte die Errungenschaften der Wissenschaft mit Verstand für sich und seine Lieben nutzen.

Hier nun einige Informationen zur Parvovirose:

Parvovirose ist eine hoch ansteckende akut verlaufende Infektionskrankheit, die hauptsächlich Welpen im Alter von 2 bis 16 Wochen und alte Hunde betrifft. Sie wird hauptsächlich über direkten kontakt mit einem erkrankten Tier, über  Kot, evtl über Speichel und Erbrochenem übertragen.

Überträger sind zum einen infizierte Hunde, zum anderen Menschen, die mit erkrankten Tieren oder ihren Ausscheidungen in Berührung kamen, z. B. in einen kontaminierten Hundehaufen getreten sind.

Der Erreger ist ist sehr unempfindlich und bleibt bei normalen Temperaturen über ein halbes Jahr infektiös. Auch herkömmliche Desinfektionsmittel können ihm nichts anhaben.

Besonders interessant finde ich, dass nur etwas 10% der sich spontan infizierenden Hunde tatsächlich erkranken. Die übrigen 90% zeigen keine Symptome, immunisieren stumm, scheiden den Virus über den Kot aus und infizieren auf diesem Wege andere Hunde.

Der canine Parvovirus CPV-2 wird über die Nasen- oder Maulschleimhaut durch beschnüffeln oder ablecken kontaminierten Materials (Kot) aufgenommen. Der Virus setzt sich in den Zellkern schnell teilender Zellen, z. B. Darmepithelzellen, Knochenmark und Zellen des lymphatischen Systems. Auch Embryoschäden warden berichtet.

Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 7 Tagen treten die ersten Symptome in Form von Fieber (39,5 bis 41,5 °C), verminderte Futteraufnahme und Teilnahmslosgkeit auf. Weitere Symptome sind blutige Durchfällen mit charakteristischem Geruch, Abnahme der weißen Blutkörperchen und damit einhergehende verminderte Abwehrfähigkeit, so dass das erkrankte Tier empfänglich für Sekundärinfektionen wird. Durchgehend ist der Patient matt, frißt nicht, fiebert und dehydriert.

Bei rechtzeitiger Diagnose ist eine Behandlung möglich. Bei schweren Verlaufsformen erfolgt innerhalb von 12 bis 48 h der Tod. Bei Überlebenden dauert die Erkrankung 12 bis 25 Tage.

Zur Prophylaxe empfielt die ständige Impfkommission eine Grundimmunisierung (8., 12., 16. Woche, 15 Monate) und anschließende Wiederauffrischung alle 3 Jahre.

Auch geimpfte Tiere können an Parvovirose erkranken, allerdings fällt die Infektion nicht so schwer aus, wie bei ungeimpften Tieren.

Bevor Sie Sich nun entschließen, Ihren Hund zu impfen, möchte ich Sie noch darüber informieren, dass man den Impfstatus Ihres Hundes mittels eines Schnelltestes feststellen kann. Nur wenn nicht ausreichend Antikörper in dem Blut Ihres Hundes vorhanden sind, muss und sollte man die Impfung gegen Parvovirose auffrischen.

Ich habe diesen Test vorrätig und Sie können ganz einfach den Antikörperstatus ihres Hundes in meiner Praxis bestimmen lassen. Bei Fragen rufen Sie mich einfach an.

 

 

Kommentare sind geschlossen.