29. März 2019
von Sabine Schlebusch
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Allergietest beim Hund

Samstag wurde mir in meiner Praxis Nala vorgestellt. Eine bildhübsche und aufgeweckte Bernersennenhündin von gerade mal 2 Jahren. Sie hat immer wieder Probleme mit den Ohren. Ihren Besitzern ist aufgefallen, dass sie ständig die Ohren schüttelt, viel Ohrenschmalz hat und die Ohren auch immer sehr rot sind. Sonst zeigte Nala keine Auffälligkeiten.

Der Tierarzt hat dann einen Allergietest empfohlen, der ein für die Besitzer schockierendes Ergebnis zeigte: Nala reagiert auf fast alle Futtermittel! Leider hat der Tierarzt es versäumt Nalas Besitzer umfassend und verständlich über Allergie und die Bewertung dieses Blutbildes aufzuklären. Entsprechend bestürzt und fassungslos kamen sie mit dem Allergietest zu mir in die Praxis.

Nala, Bernersennen Hund, Futtermittelallergie

Was ist eine Allergie?

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen körperfremde Stoffe (Antigene), die normalerweise für den Organismus harmlos sind. Wichtig zu wissen ist, dass der Organismus schon mehrfach mit dem Stoff in Kontakt gekommen sein muss, bevor sich eine Allergie entwickeln kann. Es kann also sein, dass etwas jahrelang vertragen wurde und plötzlich eine fulminante Reaktion hervorruft.

Bei dem sogenannten Erstkontakt reagiert der Körper mit der Bildung von Antikörpern (Immunglobuline) auf das Eindringen von Antigenen. Im Säugetierorganismus kann man 4 verschiedene Immunglobuline (A, D, E, G) mit unterschiedlichen Eigenschaften nachweisen. Für die Allergie relevant sind die Immunglobuline G und Immunglobuline E.

Immunglobuline E (IgE):

IgE vermitteln den Schutz vor Endoparasiten (z. B. Würmer) und spielen bei Allergien eine Rolle. Die meisten IgE sind gebunden an bestimmte Immunzellen und nur bei akuten Entzündungen für wenige Tage im Blut nachweisbar. Gebunden verbleiben sie aber über mehrere Jahre im Körper. Binden sie ein Antigen, veranlassen sie die Freisetzung von Stoffen (z. B. Histamin), die die Durchblutung erhöhen und so die Symptome einer Allergie hervorrufen können.

Der Nachweis von Immunglobulin E im Blut z. B. bei einem Allergietest sagt aus, dass vor wenigen Tagen das Tier mit den entsprechenden Allergenen in Kontakt gekommen ist. Ob aber das die Ursache für die allergische Reaktion ist oder ein anderer Stoff, dessen IgEs schon wieder gebunden wurden, ist nicht sicher. Auch, ob die Fellnase gegen andere Stoffe allergisch reagiert, deren IgEs im Moment nicht erhöht sind, da der zeitnahe Kontakt gefehlt hat, lässt sich aus so einem Blutbild nicht bestimmen.

Immunglobulin G (IgG)

Ig G sind ein wichtiger Bestandteil der spezifischen Immunabwehr. Sie werden von Plasmazellen gebildet und markieren die Antigene, so dass diese dann von den weißen Blutkörperchen vernichtet werden. Die Immunglobulien G werden erst nach einer verzögerten Abwehrphase (ca. 3 Wochen) gebildet und bleiben über mehrere Jahre im Blut erhalten. Sie stellen mit ca. 80% den größten Anteil an Immunglobulinen. Der Nachweis von IgG im Blut zeigt den Kontakt des Organismus mit dem Stoff an. Er zeigt aber nicht an, ob diese Substanz für eine allergische Reaktion verantwortlich ist, oder nicht. Mithilfe dieses Bluttestes kann ich eine Ausschlußdiät zusammenstellen, da ich so genau sehe, welche Futtermittel die Fellnase bekommen hat.

In einer Ausschlußdiät wird über den Zeitraum von 6 bis 10 Wochen dem erkrankten Tier Nahrungsmittel angeboten, die es zuvor noch nicht gefressen hat, um eine allergische Reaktion auf dieses auszuschließen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Pferd und Süßkartoffel.

Wenn alle Syptome der Allergie abgeklungen sind, wird nach und nach das Futter mit weiteren Futtermitteln (Proteinen) ergänzt. Reagiert das Tier auf eines der Futtermittel, wird es aus dem Futterplan verbannt. Wieder muss mit den bisher vertragenen Nahrungsmittel gewartete werden, bis die Symptome der Allergie abgeklungen sind, bevor weitere Fleischsorten ausprobiert werden.

So ergibt sich nach einiger Zeit ein genaues Bild, was unser Fellfreund fressen darf und was nicht.

Strenge Disziplin ist hier unbedingt erforderlich, um zu einem Erfolg zu gelangen.

29. März 2019
von Sabine Schlebusch
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Hausbesuch bei Abaro, Verdacht auf Futtermilbenallergie

Montag abend war ich bei Abaro, ein 3 Jahre alter Doggenrüde, der sich die Pfoten wundleckt, sich kratzt und ständig Probleme mit den Ohren hat.

Der Bluttest hat ergeben, dass er erhöhte IgE-Werte bei allen Gräsern, Getreidesorten und Futter-, Speise- und Mehlmilben hat. Futterproteine wurden leider nicht getestet.

Da Abaro schon immer viel Frischfleisch bekam entschieden sich die Besitzer zu einer Umstellung auf ausschließlicher Barf-Fütterung. In der Hoffnung, dass die Unverträglichkeit sich ausschließlich auf die Futtermilben, Gräser und Getreide beschränkt, haben sich die Besitzer dazu entschieden, keine Ausschlußdiät im eigentlichen Sinne durchzuführen, sondern die bekannten Allergene auszuschließen und Rind- und Hühnerfleisch zu füttern.

75 kg Schoßhund!

Bei einer Ausschlußdiät füttert man über mehrere Wochen eine Fleischquelle, die das Tier noch nicht gefressen hat und erweiterte dann das Futterspektrum, bis man eine ausgewogene und verträgliche Ernährung für den Hund oder die Katze gefunden hat.

Desweiteren wird Abaro mit chinesischen Kräutern gegen die Allergie und ihre Symptome behandelt. Eine schonende Entgiftung wird durchgeführt und die Darmflora aufgebaut.

Die wunden und juckenden Pfoten werden mit einem Sud aus schwarzem oder grünem Tee abgetupft.

26. Februar 2019
von Sabine Schlebusch
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Hundekot einsammeln

Beim Gassi gehen wurde ich neulich von einer Bekannten gefragt, warum ich denn auch hier im Wald den Kot meiner Hunde einsammel, sogar ein paar Schritte vom Weg weg gehe, wo doch so viele Hunde hier unterwegs sind.

Genau aus diesem Grund: Ich finde es einfach ekelig!

Man kommt in den Wald und es stinkt nach Scheiße. Zunächst muss man durch eine 5 bis 10 m lange Brennesselallee, da alle Hunde sofort Wasser lassen müssen und anschließend Slalom um die festeren Hinterlassenschaften unserer geliebten Fellfreunde. Gegen die Brennesselallee können wir schwerlich etwas tun, aber die Hundehaufen können wir entsorgen.

Kleine Kinder können nicht mehr unbeschwert den Wald erkunden, da sie häufig statt Eicheln mit stolz geschwellter Brust Unappetittliches ihren Eltern präsentieren.

Gefühlt hat heute jeder 2. Haushalt mindestens einen Hund. Und dieser Hund hat am Tag mindestens 2 mal Stuhlgang. Wenn wir das nicht einsammeln, versinken wir in Scheiße!

Hinzu kommt noch, dass wir deutlich weniger mit Würmern und Giardien zu tun hätten, wenn die Haufen gewissenhaft entsorgt würden und so die Ansteckungsquellen minimiert würden. Das spart bares Geld!

Für mich sind das gute Gründe, den Kot meiner 2 Hunde einzusammeln!

26. Januar 2019
von Sabine Schlebusch
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Oregano-Öl bei Hautirritationen

Eigentlich jeder kennt und schätzt Oregano als Pizza-Gewürz. Neben seinen geschmacklichen hat es aber auch einige herausragende Eigenschaften als Heilkraut.

 

 

Oregano wirkt u. a.

  • gegen Bakterien (bei Entzündungen)
  • gegen Viren (bei Infektionen)
  • gegen Pilze (z. B. Hautpilz)
  • gegen Schmerzen

Um eine Heilwirkung zu erziehlen, sollte eine definierte und garantierte Menge der in dem Öl enthaltenen Wirkstoffe eingenommen werden. Das geht am Einfachsten, indem 100% ätherisches Öl verwendet wird, das man in Apotheken beziehen kann.

Oregano -Öl ist ein stark wirksames und scharf schmeckendes ätherisches Öl. Um Irritationen zu vermeiden, muss es sehr entschprechend mit einem Pflanzenöl verdünnt werden. Dann allerdings kann es leicht aufgetragen werden und seine Wirkung entfalten.

Z. B. kann es verwendet werden bei Hautirritationen aufgrund von Allergien. Es reduziert lokal die Entzündung und verhindert, dass sich auf der wunden Stelle eine Pilzinfektion bildet. Desweiteren reduziert Oregano -Öl Schmerzen. Zusätzlich werden durch den unangenehmen Geschmack die Hunde meist davon abgehalten die betroffenen Stelle weiter zu benagen und zu belecken, so dass sie in Ruhe heilen kann und der Hund keinen Trichter benötigt.

Auch andere wunde Hautstellen können mit Oregano -Öl hervorragend behandelt werden.

Weitere Einsatzgebiete sind:

  • Ohrenschmerzen
  • Entzündungen des Außenohres
  • Entzündungen des Zahnfleisches
  • Hautpilz

Man kann Oregano -Öl auch einnehmen. Allerdings können dann nicht unerhebliche Nebenwirkungen auftreten, die meiner Meinung nach den Nutzen der oralen Einnahme wieder aufheben. Es gibt andere Kräuter mit weniger Nebenwirkungen, die die gleiche Wirkungen bei der Einnahme zeigen.

Nebenwirkungen sind unter Anderem:

  • Allergie
  • Blutverdünnung
  • Hemmung der Eisenaufnahme
  • Wehenförderung
  • verstärkte Bildung von Magensaft und damit Gefahr der Gastritis

Sollte ich bei Ihnen das Interesse an der Behandlung von Hautproblemen mit Oregano -Öl geweckt haben, kommen Sie doch einfach in meiner Praxis vorbei. Ich habe Oregano -Öl vorrätig, so dass wir es, in der entsprechenden Verdünnung, anwenden können.

24. Januar 2019
von Sabine Schlebusch
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Pfotenpflege im Winter

Kaum, dass ein wenig Weiß vom Himmel fällt, wir sowohl von der Stadt als auch von Privathaushalten großzügig Salz auf die Gehwege verteilt. Das macht ja auch Sinn, wir wollen ja nicht, dass sich jemand verletzt!

Nur – für die Pfoten unserer vierbeinigenFreunde, die ohne Schuhe eben durch diese Salzpampe laufen, ist das, ohne die richtige Pfotenpflege, fatal!

Das Salz entzieht der Haut an den Ballen Feuchtigkeit und diese werden rissig. Nun kann dieses aufgelöste Salz wunderbar in die kleinen Risse eindringen. Jeder, der mal mit einer kleinen Verletzung an den Fingern beim Kochen in Salz gefaßt hat, weiß, dass das weh tut. Wir spülen die Salzsäure großzügig mit fließendem Wasser ab. Der Hund aber, leckt sich das ab. Nicht nur, dass dieses Salz nicht besonders gut für den Hund ist, besteht auch die Gefahr, dass die Pfoten wundgeleckt werden. Beim nächsten Spaziergang brennt hier das Salz doppelt so stark.

Um das zu vermeiden rate ich dazu, die Pfoten nach jedem Gassigang großzügig abzuspülen und die trockenen Pfoten mit Pfotenbalsam zu pflegen.

Ich empfehle das Winter-Pfotenbalsam von Canina. Es ist ein wasserfreies Balsam mit Sheabutter, Bienenwachs und Aprikosenkernöl. Sheabutter und Aprikosenkernöl pflegen die Pfoten und Ballen, halten sie geschmeidig und helfen kleine Risse zu heilen. Das Bienenwachs bildet eine wasser- und eisabweisende Schutzschicht, so dass möglichst wenig des aggressiven Salz-Wassergemisches direkt an die Haut gelangt.

14. September 2018
von Sabine Schlebusch
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Senioren auf vier Pfoten 2. Teil – Was passiert beim Altern

Im ersten Teil von „Senioren auf vier Pfoten“ habe ich die Lebensjahre der Hunde und Katzen ins Verhältnis zu den Lebensjahren von uns Menschen gesetzt, um das Alter unserer Fellfreunde für uns fassbarer zu machen.

Wir erreichen den Zenit unserer körperlichen Leistungfähigkeit mit Anfang bis Mitte 20, unsere Hunde und Katzen mit ca. 2 bis 4 Jahren. Danach nimmt die Leistungfähigkeit zunächst langsam und kaum merklich ab, bis sich das Alter in körperlichen Beschwerden bemerkbar macht. Zu welchem Zeitpunkt das passiert ist sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab, die ich hier erläutern möchte.

Die Gene

Manchen Menschen sieht man ihr Alter nicht an. Sie sehen immer jünger aus, als sie tatsächlich sind. Landläufig sagt man, dass diese Menschen gut Gene haben. Das ist zum Teil auch richtig.

Die Erbinformation liegt als Chromosomen in jedem Zellkern vor. Diese Chromosomen verdoppeln und teilen sich bei jeder Zellteilung. Die Zellen in unserem Körper teilen sich ständig und bilden exakte Kopien der ursprünglichen Zelle mit genau dem gleichen Chromosomensatz im Zellkern, wie die Mutterzelle hatte.  Die einen Zellen teilen sich mehr, z. B. rote Blutkörperchen, die anderen weniger häufig, z.B. Knochenzellen.

Vielleicht kann sich noch der Ein oder Andere an den Biologieunterricht erinnern. Im Zellkern liegt aufgedröselt die DNA, die sich zur Teilung in lineare Stränge entwirrt und zu Chromosomen wird.  An den Enden der Chromosomen sitzen, wie puffernde Kappen sogenannte Telomere. Die Telomere werden zur Zellteilung benötigt, da sie die Chromosomen in der linearen Form halten.

Mit jeder Verdoppelung und somit auch Teilung der Zelle verkürzen sich die Telomere bis sie so kurz sind, dass keine Verdopplung der DNA und keine Zellteilung mehr möglich ist. Dann kommt die Zellteilung zum Erliegen und irgendwann stirbt die Zelle ab und wird nicht mehr durch eine neue ersetzt. Dies geschieht z. B. in der Muskulatur. Abgestorbene Muskelzellen werden zunächst durch Bindegewebe, schließlich durch Fett ersetzt.

Diesen Vorgang können wir leider nicht beeinflussen. Wir können bei unseren Tieren nur für ausreichend Bewegung sorgen, so dass die Muskulatur trainiert bleibt und nicht zusätzlich atrophiert.

Trockenheit

Eines der Hauptthemen des Alterns, das sich in allen Organe zeigt, ist fehlende Feuchtigkeit.

Bei uns Menschen zeigt sich dies zunächst in der Haut, die in der Jugend prall und fest ist und mit der Zeit  immer trockener und faltiger wird. Bei einigen unserer Fellnasen stellen wir fest, dass das Fell nicht mehr so glänzt und die Haut etwas schuppig wird. Bei Manchen „bleicht“ auch die Farbe etwas aus. Eine Kur mit Lachsöl, Bierhefe und Seealgenpulver während des Fellwechsels, kann da Wunder bewirken.

Weitere Organe, die unter Trockenheit leiden, sind die Verdauungsorgane. Die Verdauungssäfte werden nicht mehr in dem Maße hergestellt, wie sie benötigt würden. Die Anforderungen des alten Hundes an die Ernährung ändert sich  nicht nur in der Zusammenseztung, sondern auch in der Darreichung. In meine Praxis kommen immer wieder Hundebesitzer, die feststellen, dass ihre Hunde das Trockenfutter nicht mehr vertragen, vermehrt Gras fressen, häufigeres Erbrechen, bis hin zum Erbrechen von Blut oder Probleme mit dem Kotabsatz haben. Hier rate ich dringend zu einem Wechsel zu Feuchtfutter.

Auch Hunde, die gebarft werden, können im Alter mit der relativ schwer verdaulichen Rohkost Probleme bekommen. Hier rate ich dazu, den Muskelfleischanteil zu erhöhen, d. h. den Anteil an minderwertigen Proteinen (Pansen, Blättermagen, Lunge, Geflügelmagen etc.) zu reduzieren. Sollte das nicht ausreichen, kann man das Futter leicht andünsten. Gegebenfalls muss dann der Knochenanteil durch entsprechenden Kalzium-Präparate ersetzt werden, da Knochen nicht gegart gefüttert werden sollten.

Welche Auswirkungen das Altern auf das Tier, auf das Zusammenleben mit ihnen hat und was wir tun können, um sie zu unterstützen, beschreibe ich im nächsten Artikel.

29. August 2018
von Sabine Schlebusch
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Senioren auf vier Pfoten- 1. Das Alter unserer Hunde und Kazten

Viele Tierbesitzer sind überrascht, wenn ich ihnen erkläre, dass ihr Fellfreund so langsam aber sicher zu den Senioren gehört und man darauf auch eingehen sollte.

Um für uns fassbarer darstellen zu können, ab welchem Alter ein Hund oder eine Katze ein Senior wird, setzen wir die Lebenszeit unserer Fellfreunde am Besten zu etwas ins Verhältnis, mit dem wir uns identifizieren können, zu unserer eigenen Lebenszeit.

Lange Zeit hat man behauptet, innerhalb eines Jahres macht ein Hund die Entwicklung durch, die ein Mensch in 7 Jahren durchmachen würde, also 1 Hundejahr entspricht 7 Menschen Jahren. Doch so einfach ist das nicht. Die Statistik zeigt, kleine Hunde leben viel länger als große Hunde:

Chihuahua: 12-20 Jahre

Labrador: 12 – 13 Jahre

Neufundländer: 8 – 10 Jahre

Nach der Formel 1:7 würde ein Chiuahua bis zu 140 Jahren alt, ein Neufundländer ca. 70 Jahre.

Das liegt daran, dass die großen Hunde im Verhältnis zu ihrem Geburtsgewicht viel mehr wachsen, als die kleinen Hunde. Eine Dogge z. B. verhundertfacht ihr Geburtsgewicht innerhalb eines Jahres, während ein Dackel nach einem Jahr sein Geburtsgewicht nur etwa verzwanzigfacht.

Entsprechend ist auch die Wachstumsphase bei kleinen Rassen (7 – 10 Monate) deutlich kürzer als bei großen Rassen (18 – 24 Monate)

Nach Cornelia Kraus, Evolutionsbiologin, liegt darin auch der Grund in dem schnelleren Altern von Hunden großer Rassen: Sie wachsen sehr schnell. die Zellen teilen sich während des Wachstums häufig und schnell. Dabei können schnell Fehler passieren und z. B. Tumorzellen entstehen. Große Hunde sterben statistisch gesehen auch früher an Krebs.

Bei großen Hunderassen scheint es zu sein, als ob sie das Erwachsenenleben im Zeitraffer erleben.

Um das Alter eines Hundes zu berechnen schlagen Experten nun statt der 1:7-Formel eine komplizierte Gleichung aus Lebensjahren, Körpergröße und Rasse vor. In diese Formel sind alle neuen Erkenntnisse eingeflossen, und sie sieht zudem verschiedene Berechnungsmethoden je nach Altersstufe des Hundes vor.

Beim jungen Hund bis zu zwei Jahren ist die Körpergröße entscheidend:

– kleine Hunde: Ein Menschenjahr sind 12,5 Hundejahre (1:12,5)

– mittlere Hunde: 1:10,5

– große Hunde: 1:9

Ab zwei Jahren Alter kommt die Rasse ins Spiel, was für eine Bulldogge den Faktor 1:13,4 ergibt, 1:7,84 für einen Deutschen Schäferhund und 1:4,32 für einen Dackel.

Bei der Katze nahm man ebenfalls ein Verhältnis Katzenjahre zu Menschenjahre von 1:7 an. Bei genauerer Betrachtung kann dies, ebenso wie beim Hund, aber nicht richtig sein. Inzwischen nimmt man folgendes an:

Umrechnung Katzenjahre in Menschenjahre

Kopie von Katzenjahr vs. Menschenjahr

KatzenjahrMenschenjahr
0,251
0,34
0,512
115
224

Ab dem 3. bis zum 16 Lebensjahr entspricht 1 Katzenjahr 4 Menschenjahren. Danach reduziert sich das Verhältnis auf 1:3

Nun haben wir das Alter unserer Fellfreunde in ein für uns fassbares Verhältnis gesetzt. Aber ab welchem Alter machen sich denn bei uns die ersten Alterserscheinungen bemerkbar und welche sind das?

Tatsächlich sind wir Menschen mit Anfang bis Mitte 20 ausgewachsen und haben das Zenit unserer körperlichen Leistungfähigkeit erreicht. Ab ca. 35 geht es bergab, wir beginnen zu altern. Zunächst zwar langsam und kaum merklich, dann aber doch immer bemerkbarer, v. A. für die betroffene Person selbst. Mit einem Alter von ca. 70 Jahren spürt eigentlich jeder den Zahn der Zeit.

Übertragen auf unsere Fellnasen beginnen mit ca. 2 bis 4 Jahren ihre besten Jahre. Ab einem Alter von 3 bis 6 Jahren, je nach Rasse, beginnen auch sie zu altern.

Das ist erschreckend früh!

Warum wir und unsere Vierbeiner altern, erläutere ich im nächsten Teil

8. August 2018
von Sabine Schlebusch
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Tierschutzorganisationen!!!!

Es gibt solche und solche Tierschutzorganisationen. Vor Kurzem habe ich durch eine Kundin mal wieder indirekt Bekanntschaft mit einer Tierschutzorganisation der anderen Art gemacht.

Meine Kundin hat, nachdem sie ihre alte Hündin einschläfern lassen musste, sich dazu entschlossen einem etwas älteren Hund aus Sardinien ein neues zu Hause zu schenken. Maura war ein toller Hund! Unwahrscheinlich lieb, geduldig mit den Enkelkindern und baute auch sofort eine starke Bindung zu meine Kundin auf. Sie war erst seit ein paar Wochen in Deutschland, auf einer Pflegestelle, bevor meine Kundin sie übernahm.

Von der Tierschutzorganisation bekam sie mit auf den Weg, dass sie den Hund nach ca. 6 Monaten beim Tierarzt auf Mittelmeerkrankheiten testen lassen soll!

Maura war etwas dick. Sonst machte sie einen gesunden Eindruck.

Meine Kundin schloss die kleine Hündin schnell in ihr Herz und war auch sehr glücklich mit ihr.

Nach ungefähr 6 Wochen blutete Maura stark aus der Nase. Meine Kundin fuhr mit dem Hund sofort zum Tierarzt, der den Hund untersuchte und sie dann weiter verwies an die Tierklinik. Hier wurde der Hund dann stationär aufgenommen.

Diagnose: Leishmaniose und Herzwürmer!!!!

Leishmaniose, rechtzeitig erkannt, hat eine gute Prognose und ist mit der richtigen Diät und Medikation gut behandelbar. Die Hunde haben eine annähernd normale Lebenserwartung.

Bei Herzwürmern sieht das schon wieder anders aus. Diese Würmer werden, wie die Leishmaniose durch Stechmücken übertragen. Sie entwickeln sich zu bis zu 30 cm langen Würmern, die in den Blutgefässen schwimmen und sich dort vermehren. Tötet man diese Würmer ab, kann  der Hund einen anaphylaktischen Schock bekommen. Die Prognose ist ab einem gewissen Stadium schlecht! Die meisten Hunde sterben an den Herzwürmern. Da die Erkrankung in unseren Breitengraden nicht sehr häufig ist, gibt es auch nur wenige Ärzte, die sich mit den Herzwürmern gut auskennen, für die die Behandlung Routine ist.

Maura kam nun also nach 3 Tagen stationärer Behandlung inkl. Bluttransfusion wieder nach Hause. Sie war zwar geschwächt, machte aber einen guten Eindruck.

Zwei Tage später blutete Maura wieder stark aus der Nase!

Meine Kundin fuhr mit wehenden Fahnen wieder zum Tierarzt! Dieser kontaktierte  sofort den behandelnden Tierarzt der Tierklinik und beriet sich eingehend mit diesem. Gemeinsam kamen sie dann zu dem Schluß, dass es für das Tier das Beste sei, erlöst zu werden.

Meine Kundin ist am Boden zerstört.

Die ganze Zeit stand sie mit der Tierschutzorganisation in Kontakt, hat um Hilfe gebeten. Hat nach Ärzten in der Nähe gefragt, die sich mit dem Krankheitsbild auskennen! Als Information bekam sie den Namen eines Professors!, der in München! an Herzwürmern forscht!

Als meine Kundin nun den Damen der Tierschutzorganisation mitteilte, dass sie Maura einschläfern lassen mussten, haben sie meiner Kundin auch noch Vorwürfe gemacht, sie hätte zu früh aufgegeben! Sie hätten in Heidelberg! eine Ärztin, die hätte den Hund kostenlos! behandelt! Sie hätte also den stark blutenden Hund von Neuss nach Heidelberg bringen sollen! Auf eigene Kosten! Ganz davon abgesehen, das die Tierarztkosten sowieso schon im 4-stelligen Bereich lagen, – wie soll das gehen?!?

Hätte diese Ärztin nicht auch einen Test auf Mittelmeerkrankheit und auf Parasiten machen können?!?! und nicht erst ihre Hilfe anbieten, wenn das Tier erkrankt ist?

Dem Hund, meiner Kundin und ihrer Familie wäre viel Leid erspart geblieben, wenn man von der Erkrankung gewußt hätte!

Vielleicht würde Maura noch leben, wenn man die Herzwürmer rechtzeitig erkannt hätte!

Ich bin sauer und fassungslos, dass sich die Damen des Tierschutzvereins aus der Verantwortung ziehen und weiterhin ungetestete Tiere vermitteln! Sie hatten sogar meiner Kundin einen weiteren Hund angeboten, bei dem sie dann den Test auf Mittelmeerkrankheiten übernehmen würden….

Das ist für mich kein Tierschutz!

Das ist Abzocke!