Neues zum Thema Impfung des Hundes!!!

Wusstet ihr schon, dass die ständige Impfkommission am 1.1.2021, also dieses Jahres, neue Empfehlungen herausgebracht hat?

Ich habe letzte Woche eine online-Vortrag meiner alten Uni, der LMU in München, zu diesem Thema angehört. Dabei habe ich viel Neues und Interessantes erfahren und das möchte ich gern mit euch teilen.

Wer mich kennt weiß, dass ich als Biologe kein Impfgegner, sondern ein Befürworter für verantwortungsvolles Impfen bin.

Zunächst einmal muss man sich klar werden, dass es Impfungen gibt, die jeder Hund zu jeder Zeit haben sollte, sogenannte Core-Impfungen. Sie richten sich gegen Erreger, die meist tödlich verlaufen und die sowohl das Leben der Tiere selbst als zum Teil auch das ihrer Besitzer gefährden. Das sind hier in Deutschland die Impfungen gegen Leptospirose, gegen Parvovirose und gegen Staupe.

D. h. also, dass alle anderen Impfungen Non-Core-Impfungen sind und nur bei besonderer Infektionsgefahr geimpft werden müssen.

Tollwut gehört nicht mehr zu den Core-Impfungen, da Tollwut in Deutschland ausgerottet ist. Aufgrund dessen ist eine flächendeckende Impfung von Hunden nicht mehr erforderlich. Allerdings sieht die nationale Tollwutverordnung zum Schutz von Mensch und Tier bislang unverändert massive, behördliche Maßnahmen für den theoretischen Fall vor, dass ein nicht gegen Tollwut geimpfter Hund mit einem seuchenverdächtigen Tier in Kontakt kommt. Geimpfte Tiere dürfen dagegen zu Hause gehalten und beobachtet werden. Die Impfung ist auch dann erforderlich, wenn die Tiere innergemeinschaftlich verbracht werden, oder die Tiere ihre Besitzer auf grenzüberschreitende Reisen begleiten sollen.

Schon seit Langem konnte nachgewiesen werden, dass mehrere Jahre nach der Grundimmunisierung gegen Staupe und Parvovirose der Hund noch ausreichend Antikörper besitzt, so dass eine neuerliche Impfung keinen zusätzlichen Nutzen bringt. Die Referentin des Vortrages empfiehlt frühestens 3 bis 4 Jahre nach der Grundimmunisierung mittels eines Schnelltestes die entsprechenden Antikörper zu bestimmen und so die Notwendigkeit einer Wiederholungsimpfung festzustellen.

Wie sieht denn eigentlich eine Grundimmunisierung aus? Bei einem Welpen steht man hier vor einem Dilemma: Der Welpe ist durch die Antikörper, die er von der Mutter bekommt, eine ganze Zeit lang geschützt. Diese maternalen Antikörper können aber durch Neutralisation des verabreichten Impfstoffes den Erfolg der Impfung empfindlich stören. Wenn die maternalen Antikörper aber so weit abgebaut sind, dass sie nicht mehr vor Infektionen schützen, der Welpe aber noch kein eigenes Immunsystem aufgebaut hat, ist das Infektionsrisiko für den Welpen sehr groß. Da man aber nicht weiß, wann genau dieser Zeitpunkt ist, impft man den Welpen in der kritischen Zeit mehrfach (Woche 8, 12 und 16). Ein Jahr später (15 Lebensmonat) erfolgt eine Auffrischungs-Impfung. Damit ist der Welpe dann grundimmunisiert.

Zu einem Zeitpunkt nach der 16 Lebenswoche reicht eine einmalige Impfstoffvergabe als Grundimmunisierung für einen langjährigen Schutz gegen Staupe und Parvovirose aus.

Anders sieht es bei Leptospirose, ebenfalls eine Core-Impfung, aus. Es gibt mehrere Spezies der Leptospieren, die diese Krankheit hervorrufen. Da sie auch auf den Menschen übertragbar ist, handelt es sich um eine Zoonose. Diese sollte jährlich wiederholt werden. Die Grundimmunisierung besteht aus einer zweimaligen Anwendung.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Impfkommission deutlich weniger Impfungen empfiehlt, was in Hinblick auf Impfreaktionen einiger Tiere ein großer Vorteil ist.

  • Tollwut bei Reisen ins Ausland
  • Grundimmunisierung gegen Staupe und Antikörperkontrolle nach frühestens 3 Jahren
  • Grundimmunisierung gegen Parvovirose und Antikörperkontrolle nach frühestens 3 Jahren
  • Leptospirose Grundimmunisierung und dann jährliche Auffrischung

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