Maulhygiene des Hundes 3. Teil (Zahnstein beim Hund)

In Teil 1 habe ich mich mit der Anatomie des Hundemauls und in Teil 2 mit Zahnbelag/-plaque beim Hund, den Risiken und der Prophylaxe beschäftigt. In diesem 3. Teil geht es um Zahnstein beim Hund, Risiken und Prophylaxe gegen Zahnstein beim Hund.

Der Hund stinkt aus dem Maul, kaut nicht mehr so gern, nimmt das Futter seltsam auf. Häufig sind das die Gründe, warum die Besitzer mit ihren Hunden bei mir in der Praxis vorstellig werden. Die Hunde haben Zahnstein, häufig schon im fortgeschrittenen Stadium.

Wie entsteht Zahnstein?

Zahnstein entsteht aus dem Zahnbelag (siehe Maulhygiene 2. Teil) und Mineralien aus dem Speichel (Hauptsächlich Calcium- und Phosphatverbindungen).

Diese Mineralien haben auch eine physiologische Aufgabe: sie können kleine Verletzungen des Zahnschmelzes reparieren.

Allerdings durchsetzen diese Mineralien auch den Plaque und verhärten ihn. Dies geschieht meist zunächst am Zahnfleischrand. Der so entstandene Zahnstein hat eine raue Oberfläche, auf denen sich Bakterien wunderbar ansiedeln und vermehren können und so erneut Zahnbelag auf dem Zahnstein bilden. Mit der Mineralisierung dieses Zahnplaques entsteht eine neue Schicht Zahnstein.

Der Zahnstein wächst nicht nur den Zahn entlang, sondern schiebt sich auch zwischen Zahnfleisch und Zahn. Er löst somit den Zahnhalteapparat, so dass der Zahn schließlich wackelt und schlimmsten Falls raus fällt. Dadurch entzündet sich auch das Zahnfleisch.

Zahnstein ist zunächst weiß. Mit zunehmender Dicke des Zahnsteins kann man eine Farbveränderung zunächst ins Gelbliche, schließlich ins Braune bis hin zum Schwarz beobachten. Diese Farbveränderung kommt durch die Einlagerung von Bestandteilen des Blutes zustande.

Ist Zahnstein gefährlich?

Wie zuvor schon erwähnt schiebt sich der Zahnstein zwischen Zahnfleisch und Zähne in die Zahntaschen. Mit fortschreitendem Zahnstein löst sich der Zahnhalteapparat immer mehr. Die Zähne lockern sich zunächst, bis sie schließlich ganz raus fallen.

Die auf dem Zahnstein befindlichen Bakterien wandern mit dem Zahnstein in die Zahntaschen hinein und produzieren hier schmerzhafte Entzündungen.

Ob diese Bakterien Entzündungen innerer Organe (Herz, Niere…) hervorrufen, darüber ist man sich nicht ganz einig. Auf alle Fälle hat man die gleiche Art Bakterium bei diesen Erkrankungen festgestellt.

Prohylaxe gegen Zahnstein beim Hund

Die beste und eigentlich einzige Prophylaxe gegen Zahnstein beim Hund als auch beim Menschen ist die Entfernung des Zahnbelages durch tägliches Zähneputzen. Ich verwende dafür keine Zahnbürste sondern Fingerlinge aus Silberionen-bestzter Mikrofaser. Mit dem Fingerling kann  man die Zähne erfühlen und behutsam einzeln abreiben, während mit der Zahnbürste aufgrund fehlender Sensitivität häufig schmerzhaft in die Backentaschen gestoßen wird.

Sie müssen sich mal spasseshalber von einer 2. Person die Zähne putzen lassen. Das ist sehr schmerzhaft…

In meiner Praxis habe ich gute Erfahrungen mit Fortan Zahnreinigung gemacht. Man gibt einige Tropfen der Lösung auf den Fingerling und reibt damit Zähne und Zahnfleisch ab. Fortan ist auf Kokosölbasis und enthält antibakterielle Kräuter, die bei 2 bis 3x wöchentlicher Anwendung Zahnfleisch und Zähne pflegen.

Desweiteren verwende ich noch die Ultraschall-Zahnbürste Emmi-Pet. Mit einer Frequenz von 96 Millionen reinigt sie die Zähne und tötet Bakterien ab. Auch hier ist eine regelmäßige Anwendung notwendig, um den Zahnstein in Schach zu halten.

Zahnsteinentferung ohne Narkose beim Hund

In meiner Praxis biete ich Zahnsteinentferung ohne Narkose an. Ich empfehle meinen Patienten nach der professionellen Zahnsteinentfernung eine regelmäßige Zahnsteinkontrollen (alle 4 bis 6 Monate). In meiner Praxis werden bei diesen Kontrollen dann auch wieder auftretender Zahnstein fürhzeitig entfernt.

Bei weiteren Fragen sprechen Sie mich gern an.

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