Maulhygiene des Hundes 2. Teil (Zahnbelag beim Hund)

Im ersten Beitragsteil zum Thema Maulhygiene wurde die Anatomie des Hundemauls näher beleuchtet. In diesem Teil möchte ich mich dem Thema Zahnplaque, oder auch Zahnbelag beim Hund widmen.

Wie entsteht Zahnbelag?

In der Maulhöhle befinden sich unzählige Bakterien. Die einen sind gut und wichtig, wieder andere schaden. Einige dieser Bakterien setzen sich ein paar Stunden (4 – 6 Stunden) nach dem Zähneputzen nahe des Zahnfleischrandes auf die Zähne und bilden einen klebrigen, farblosen Film. Dieser Film wird auch als Biofilm, oder dentale Plaque bezeichnet und setzt sich zusammen aus Bestandteilen des Speichels, Nahrungsresten und bakteriellen Substanzen. Diese Schleimschicht bietet den Bakterien Schutz vor äußere Einflüssen.

Warum ist Zahnbelag gefährlich?

Plaque ist zunächst ungefährlich. Mit der Zeit lagern sich aber immer mehr Bakterien an. Diese Bakterien ernähren sich meist von Zuckern (Kohlenhydrate) und bilden daraus Säuren (z. B. Milchsäure), die den Zahnschmelz angreifen. Daraus entsteht schließlich Karies. Je mehr Zucker diese Bakterien bekommen und je dicker dieser Biofilm ist, desto größer ist die Gefahr Karies zu bekommen.

Was kann ich beim Hund gegen Zahnbelag tun?

Die beste Prophylaxe gegen diesen Zahnbelag ist auch bei Hunden das regelmäßige Zähneputzen. Mindestens ein Mal pro Tag sollten die Zähne gereinigt werden. Ich empfehle, einen Fingerling oder ein Tuch mit einer rauen Oberfläche zu vewenden. Von Zahnbürsten rate ich ab. Wer sich jemals von jemand anderem die Zähne hat putzen lassen, weiß, wie schmerzhaft das sein kann, wenn die Zahnbürste irgendwo in die Backentasche stößt!

Wer möchte, kann auch Zahnpasta verwenden. Es gibt Zahnpasta extra für Hunde, in den entsprechenden Geschmacksrichtungen. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass kein Zucker in der Zahnpasta enthalten ist.

Ich empfehle in meiner Praxis zusätzlich zum täglichen Zähneputzen 2x pro Woche die Zähne mit Fortan Zahnpflege zu reinigen. Fortan ist eine Lösung auf Kokosölbasis und enthält antibakterielle Kräuter. Gibt man es auf den Fingerling und reibt damit Zahn und Zahnfleisch ab, kann leichter Zahnstein entfernt werden und das Zahnfleisch wird gepflegt.

Hängt der Zahnbelag mit der Ernährung des Hundes zusammen?

Nicht der Zahnbelag an sich, aber die Besiedlung des Zahnbelages mit Bakterien hängt stark von der Ernährung ab. Wie zuvor schon erwähnt, benötigen die Bakterien um wachsen und sich vermehren zu können, Kohlenhydrate. Um das Wachstum der Bakterien möglichst gering zu halten, sollte der Hund möglichst kohlenhydratfrei ernährt werden.

Kohlenhydrate finden sich in Form von Stärke oder Fruchtzucker in Getreide, Kartoffeln, Karotten, Äpfeln, Pastinaken etc.. in vielen Fertigfuttern. Sie werden als Füllstoff, Energielieferant, aber auch als Kleber hinzugefügt. Die Krocks des Trockenfutters würden ohne diese Kohlenhydrate zerfallen. Auch viele Nassfutter enthalten Kohlenhydrate, binden so die Flüssigkeit des Fleisches und werden dadurch fest (wie z. B. Sossenbinder). Nassfuter ohne zur Bindung hinzugefügte Kohlenhydrate erkannt man daran, dass das Futter nicht eine homogene Masse ist. Fleischsaft ist ausgetreten, gelegentlich sieht man Fettstückchen und Flüssigkeit in der Dose.

Besonders empfehle ich die Frischfleisch-Fütterung (BARF). Hier kann man selbst bestimmen, wie das Futter zusammengesetzt ist. Mit gelegentlich einem großen Stück Fleisch oder einem knorpeligen Knochen putzt sich der Hund dann selbst die Zähne.

Vorschau 3. Teil

Im 3. Teil beschäftige ichmich mit dem Thema Zahnstein, Risiken des Zahnsteins und Zahnsteinentfernung.

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