Maulhygiene des Hundes 1. Teil (Anatomie)

Seit mehr als 4 Jahren biete ich in meiner Praxis Zahnsteinentfernung ohne Narkose an.

Der Zahnstein des Hundes ist, genauso wie der des Menschen, nicht nur ein kosmetisches, sondern vor allem ein gesundheitliches Problem. Statistiken sagen, dass 80% aller Hunde ab einem Alter von 3 Jahren unter Zahnstein leiden. Dieser ist abhängig von Veranlagung, aber auch abhängig von Fütterung und Pflege unterschiedlich stark ausgeprägt. Häufig wird der Zahnstein des Hundes erst aufgrund des schlechten Maulgeruches wahrgenommen.

Um zu verstehen, wie Zahnstein entsteht und was man prophylaktisch dagegen tun kann, muss man sich zunächst mit  der Anatomie des Hundemauls vertraut machen.

Die Zähne des Hundes

Der Oberkiefer des Hundes trägt auf jeder Seite 6 Backenzähne, 1 Eck- oder Fangzahn und 3 Schneidezähne.

Der Unterkiefer beherbergt auf jeder Seite 7 Backenzähne, 1 Eck- oder Fangzahn und 3 Schneidezähne.

Wie man auf den Bildern schön sehen kann, unterscheiden sich die Zähne stark sowohl in ihrer Form als auch in ihrer Größe je nach Funktion.

Der Eck- oder Fangzahn:

Besonders fällt hier der Eck- oder Fangzahn (Caninus) auf. Der Hund hat davon 4 Stück. 2 im Ober- und 2 im Unterkiefer, jeweils getrennt durch die Schneidezähne. Er ist besonders lang und spitz. Die Fangzähne werden bei den Raubtieren dazu genutzt, sich in die Beute zu verbeißen und ein Entkommen der Beute zu verhindern.

Der Reißzahn

Die nächsten auffallenden Zähne sind die Reißzähne (oberer 4. Prämolarer, unterer 1. Molarer). Sie bilden die Brechschere und haben schneidend-brechende Funktion. Mit ihnen werden beim Fressen Muskelstränge, Sehnen, Knorpel und Knochen durchtrennt.

Die Schneidezähne sind klein und werden zum Abnagen und Putzen verwendet.

Das Gebiß des Fleischfressers

Auffallend ist, dass die Zähne anders als bei uns Menschen und bei Pflanzenfressern, keine Kauflächen haben. Sie laufen eher spitz und scharf zu. Das Gebiß ist nicht dazu gedacht etwas zu zermahlen, sondern es zu zerschneiden. Das spiegelt sich auch in der Beweglichkeit des Kiefers wieder. Seitwärts-, also Mahlbewegungen sind im Fleischfressergebiß kaum möglich, nur Auf- und Zu-Bewegungen, wie bei einer Schere. Man nennt das Gebiss des Fleischfressers auch Scherengebiß.

Vorschau auf Teil 2:

Im 2 Teil beschäftige ich mich mit dem zahnbelag oder auch Zahnplaque des Hundes, warum er gefährlich ist und wie ich ihn vermeiden kann.

(Bilder aus: Anatomie der Haustiere, Band II, 6. Auflage, Nickel, Schummer, Seiferle)

 

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