Hitze-Füsse!

In meiner Praxis werden mir zur Zeit vermehrt Hunde vorgestellt, die etwas unrund laufen oder sogar humpeln. Auch nach eingehender Untersuchung der Gliedmaßen und des Rückens kann ich oft keine schmerzhaften Gelenke oder Muskeln finden, nur eine allgemeine Empfindlichkeit der Pfoten.

Bei der Untersuchung der Unterseite der Pfoten stelle ich oft fest, dass die Ballen sehr weich und empfindlich sind. Die Hornhaut ist weicher geworden. Häufig zeigen die Ballen auch helle Verfärbungen. Die meisten Besitzer, denen ich das zeige, sind überrascht und auch erschrocken

Zwischen den Ballen ist die Haut meist rosa und wund, gelegentlich finden sich auch kleine Wunden.

Die meisten Besitzer, denen ich das zeige, sind überrascht und auch erschrocken!

Wie kann denn das passieren?

Die Hitze heizt den Boden auf. Jeglichen Boden, nicht nur den Asphalt. Auch die staubige Erde am Feld wird heiß. Wie heiß so ein Sandstrand werden kann, kennt wohl jeder aus dem Urlaub…

Um dem auszuweichen laufen viele Hunde (meine auf alle Fälle) auf dem Grünstreifen, der nun aber auch eher aus verdorrtem, pieksigem Gras und Kraut besteht. Das sticht zwischen die Ballen und kann so zu kleinen Verletzungen führen.

Aber was können wir dagegen tun? Wir können unsere Vierbeiner ja nicht schwebend durch die Gegend führen und gelegentlich müssen sie auch mal ein paar Meter über heißen Asphalt oder anderen Boden laufen. Es ist auch nicht jedermanns Sache nur im Dunkeln Gassi zugehen…

Prinzipiell vermeide ich Spaziergänge in der Sonne. Unsere Hauptrunde bestreiten wir morgens.

Sollte ich mit meinen Hunden später am Tag gehen müssen, lasse ich sie weitestgehend selbst entscheiden, wo sie gehen. Das heißt, sie laufen an so langer Leine, dass sie ohne Probleme im Schatten gehen können. Auch der kleinste Schatten einer Hecke wird dann häufig genutzt.

Vor dem Schlafen gehen kontrolliere ich die Ballen und Ballenzwischenräume der Hunde. Wenn ich nun trotz aller Vorsicht feststelle, dass die Hundepfoten wund werden, koche ich einen starken Sud aus schwarzem Tee. Dazu nehme ich ca. 10 bis 15 Teebeutel schwarzen Tee und gieße dies mit 500 ml heißem Wasser aus. Das lasse ich mehrere Stunden ziehen.

Dieser Sud ist reich an Gerbstoffen, die die Haut beruhigen,  Hornhautbildung anregen, wunde Haut trocknen und die Heilung unterstützen.

Nach jedem Gassigang tupfe ich sowohl die Ballen als auch die Zwischenräume mit diesem Sud ab und lasse es trocknen. Weiße Pfoten können sich dabei etwas verfärben.

Sollte der Hund allerdings ständig zwischen den Zehen lecken und ein Leckekzem entstehen, reicht diese Behandlung nicht aus. Dann sollte dringend ein Tierarzt oder eine Tierheilpraktiker konsultiert werden.

Auch bei offenen und/oder eitrigen Wunden ist ein Besuch eines Fachmannes von Nöten.

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