Ausschlußdiät bei Futtermittelallergie – Was ist das?

Die Ausschlußdiät und die anschließende Provokationsdiät sind meiner Meinung nach das wichtigste Tool sowohl in der Diagnostik als auch in der Behandlung der Futtermittelallergie eines Hundes oder einer Katze.

Bei der Ausschlußdiät wird das Tier ausschließlich mit Nahrungsmitteln gefüttert, die sein Organismus nicht kennt und gegen das es somit auch nicht allergisch reagieren kann.

Dafür gehen wir sehr weit in der Anamnese zurück und tragen zusammen, was jemals gefüttert wurde. Auch jegliches Leckerchen und jede Kaustange müssen hier genau unter die Lupe genommen werden.

Warum das so wichtig ist, versteht man, wenn man das Krankheitsbild einer Allergie etwas besser versteht: Eine Allergie benötigt immer einen Erstkontakt mit dem Allergen, um dann bei nachfolgenden Kontakten ausbrechen zu können. D. h. im Falle einer Futtermittelallergie, dass das Tier zuvor schon mindestens einmal das Futtermittel gefressen haben muss, bevor es allergisch reagieren kann. Aus diesem Grund kann es passieren, dass plötzlich eine Allergie gegen etwas entwickelt wird, das sonst jahrelang mit Genuss verzehrt wurde.

Nun muss also eine Proteinquelle gefunden werden, die noch nie gefüttert wurde. Häufig bleiben hier nur noch die Exoten wie Känguru, Büffel, Lama oder Kamel übrig, da die Besitzer in ihrer Not schon alles andere (Pferd) ausprobiert haben. Hinzu kommt ein Gemüse oder Obst, das ebenfalls unbekannt ist. Hier wählen wir meistens Zucchini oder Salat.

Diese Kombination wird so lange gefüttert, bis die Fellnase frei von Symptomen ist. Das kann ein paar Wochen bis Monate dauern.

Ganz wichtig zu erwähnen ist, dass es sich meistens nicht um eine vollwertige Ernährung handelt. Durch verschiedene Zusätze muss das Futter mit der Zeit ergänzt werden.

In der Zwischenzeit kann das Immunsystem auf unterschiedlicher Art und Weise moduliert werden, so dass die Allergie nicht mehr in dem vollen Masse ausbricht.

Ist der Hund oder die Katze schließlich symptomfrei kann mit der Provokationsdiät begonnen werden: Dabei wird nach und nach das Futter um jeweils eine einzelne Komponenten erweitert. Reagiert das Tier allergisch, muss diese Komponente aus dem Futterplan wieder gestrichen und die vorherige Zusammensetzung beibehalten werden, bis die Symptome wieder abgeklungen sind.

Auf diesem Wege findet man nach und nach heraus, gegen welche Nahrungsmittel der Fellfreund allergisch reagiert und stellt so mit der Zeit seinen individuellen Futterplan zusammen.

Dieser Weg ist kein einfacher und auch kein schneller Weg, aber er ist nachhaltig. Ich unterstütze Sie gern dabei eine Weg zu finden, mit der Allergie Ihres Tieres umzugehen, so dass es eine unbeschwertes und artgerechtes Leben führen kann.

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