Allergie bei Hund und Katze

Es juckt! Wie verrückt! Die Fellnase kratzt sich, leckt sich die Pfoten auf, der Bauch ist schon ganz wund und kahl. Über Nacht hat sich dort eine Entzündung gebildet. Und dieses ständige Geräusch: lick, lick, lick! da stellen sich einem die Nackenhaare auf. Man weiß, das Tier kann nichts dafür, aber es nervt!

Allergien bei Hunden und Katzen sind, wie andere Zivilisationskrankheiten, auf dem Vormarsch. Die Zahlen zur Krankheitshäufigkeit variieren sehr stark, da die Symptome einer echten Allergie, welche eine Erkrankung des Immunsystems ist, und eine Futterunverträglichkeit sich sehr ähneln können (Durchfall, Erbrechen, schuppige Haut, Juckreiz).

Eine Allergie ist eine Reaktion des Immunsystems  auf nicht-infektiöse Fremdstoffe (sog. Allergene). Der Körper reagiert mit Entzündungen und der Bildung von Antikörpern, die sich im Blut nachweisen lassen.

Man kann also mit Hilfe eines Blut-Test herausfinden, gegen was ein Tier allergisch reagiert. Allerdings muss das Tier auf den Allergie-Test vorbereitet werden! – Und das wird häufig vergessen!

Ein Körper kann gegen ein Allergen nur Antikörper bilden, wenn dieses Allergen dem Körper auch bekannt ist. Der Hund oder die Katze muss also zumindest einmal mit dieser Substanz in den letzten 2 Monaten in Berührung gekommen sein, sonst kann der entsprechende Antikörper im Blut nicht nachgewiesen werden. Bei einer Futtermittelallergie heißt das, dass das Tier alle Futtermittel, auf die es getestet werden soll, zu fressen bekommt, da nur so Antikörper im Blut vorhanden und somit nachweisbar sein können.

Eine Futtermittelunverträglichkeit kann im Blut nicht nachgewiesen werden. Die Symptome sind aber trotzdem vorhanden.

Die Symptome einer Allergie und einer Futtermittelunverträglichkeit bei Hund und Katze können sein:

  • Magen-Darm-Beschwerden (Blähungen, Rumpeln im Bauch, Durchfall, Erbrechen etc.)
  • Beschwerden im Atmungsapparat (Husten, Niesen, Schnarchen, etc.)
  • gerötete Augen oder/ und entzündete Augen
  • verstopfte Analdrüsen, entzündete Analdrüsen
  • entzündete Ohren, Mittelohrentzündung
  • schuppige Haut, Juckreiz, Entzündungen der Haut und Haarausfall aufgrund starken Leckens und Rupfens

Die Therapie und Diagnostik der Wahl bei Futtermittelallergien bei Katze und Hund besteht in einer Ausschlußdiät. Hier sucht man nun ein Futtermittel, das das Tier mit Sicherheit noch nie gefressen hat (meist Pferdefleisch und Kartoffel/ Süßkartoffel) und füttert dieses, bis die Symptome verschwunden sind. Man kann den Körper des Tieres bei der Entgiftung und bei der Überwindung der akuten Symptome sowohl homöopathisch, mit Kräutern oder auch mit Akupunktur unterstützen.

Von schulmedizinischer Medikation (Cortison, Antibiotika, etc.) rate ich in den meisten Fällen ab, da sie die Symptome nur unterdrücken und dem Körper nicht helfen sich selbst zu heilen. Die Symptome treten dann, meist sogar verstärkt, wieder auf.

Es kann sein, dass die Ausschlussdiät über einen Zeitraum von 3 Monaten gefüttert werden muss. Das ist eine lange Zeit. Auch in dieser Zeit muss das Futter alle Inhaltsstoffe enthalten, die für eine ausgewogene Ernährung für den Hund oder die Katze nötig sind. Um Mangelerscheinungen zu vermeiden, berate ich Sie gern.

Sind nun alle Symptome abgeklungen, können einzelne Futtermittel auf Verträglichkeit getestet werden, indem sie einzeln dazu gefüttert werden und das Tier beobachtet wird. Reagiert das Tier wieder mit o. g. Symptomen, muss dieses Futtermittel in Zukunft vermieden werden.

So finden wir langsam heraus, welche Futtermittel ihr Hund oder ihre Katze gut verträgt und gefüttert werden kann.

Auf diesem Weg begleite ich Sie gern.

Mit meinem Hund Chewie habe ich selbst erst vor kurzem eine Ausschlußdiät durchführen müssen. Chewie verträgt kein Rindfleisch und kein Fisch. Die sind nun von seinem Speiseplan gestrichen. Seitdem Juckt er sich aber nicht mehr ständig, hat keine entzündeten Stellen mehr und weckt mich nachts nicht mehr, weil er raus muss. Dafür hat sich der Aufwand gelohnt!