18. Juli 2018
von Sabine Schlebusch
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Maulhygiene des Hundes 3. Teil (Zahnstein beim Hund)

In Teil 1 habe ich mich mit der Anatomie des Hundemauls und in Teil 2 mit Zahnbelag/-plaque beim Hund, den Risiken und der Prophylaxe beschäftigt. In diesem 3. Teil geht es um Zahnstein beim Hund, Risiken und Prophylaxe gegen Zahnstein beim Hund.

Der Hund stinkt aus dem Maul, kaut nicht mehr so gern, nimmt das Futter seltsam auf. Häufig sind das die Gründe, warum die Besitzer mit ihren Hunden bei mir in der Praxis vorstellig werden. Die Hunde haben Zahnstein, häufig schon im fortgeschrittenen Stadium.

Wie entsteht Zahnstein?

Zahnstein entsteht aus dem Zahnbelag (siehe Maulhygiene 2. Teil) und Mineralien aus dem Speichel (Hauptsächlich Calcium- und Phosphatverbindungen).

Diese Mineralien haben auch eine physiologische Aufgabe: sie können kleine Verletzungen des Zahnschmelzes reparieren.

Allerdings durchsetzen diese Mineralien auch den Plaque und verhärten ihn. Dies geschieht meist zunächst am Zahnfleischrand. Der so entstandene Zahnstein hat eine raue Oberfläche, auf denen sich Bakterien wunderbar ansiedeln und vermehren können und so erneut Zahnbelag auf dem Zahnstein bilden. Mit der Mineralisierung dieses Zahnplaques entsteht eine neue Schicht Zahnstein.

Der Zahnstein wächst nicht nur den Zahn entlang, sondern schiebt sich auch zwischen Zahnfleisch und Zahn. Er löst somit den Zahnhalteapparat, so dass der Zahn schließlich wackelt und schlimmsten Falls raus fällt. Dadurch entzündet sich auch das Zahnfleisch.

Zahnstein ist zunächst weiß. Mit zunehmender Dicke des Zahnsteins kann man eine Farbveränderung zunächst ins Gelbliche, schließlich ins Braune bis hin zum Schwarz beobachten. Diese Farbveränderung kommt durch die Einlagerung von Bestandteilen des Blutes zustande.

Ist Zahnstein gefährlich?

Wie zuvor schon erwähnt schiebt sich der Zahnstein zwischen Zahnfleisch und Zähne in die Zahntaschen. Mit fortschreitendem Zahnstein löst sich der Zahnhalteapparat immer mehr. Die Zähne lockern sich zunächst, bis sie schließlich ganz raus fallen.

Die auf dem Zahnstein befindlichen Bakterien wandern mit dem Zahnstein in die Zahntaschen hinein und produzieren hier schmerzhafte Entzündungen.

Ob diese Bakterien Entzündungen innerer Organe (Herz, Niere…) hervorrufen, darüber ist man sich nicht ganz einig. Auf alle Fälle hat man die gleiche Art Bakterium bei diesen Erkrankungen festgestellt.

Prohylaxe gegen Zahnstein beim Hund

Die beste und eigentlich einzige Prophylaxe gegen Zahnstein beim Hund als auch beim Menschen ist die Entfernung des Zahnbelages durch tägliches Zähneputzen. Ich verwende dafür keine Zahnbürste sondern Fingerlinge aus Silberionen-bestzter Mikrofaser. Mit dem Fingerling kann  man die Zähne erfühlen und behutsam einzeln abreiben, während mit der Zahnbürste aufgrund fehlender Sensitivität häufig schmerzhaft in die Backentaschen gestoßen wird.

Sie müssen sich mal spasseshalber von einer 2. Person die Zähne putzen lassen. Das ist sehr schmerzhaft…

In meiner Praxis habe ich gute Erfahrungen mit Fortan Zahnreinigung gemacht. Man gibt einige Tropfen der Lösung auf den Fingerling und reibt damit Zähne und Zahnfleisch ab. Fortan ist auf Kokosölbasis und enthält antibakterielle Kräuter, die bei 2 bis 3x wöchentlicher Anwendung Zahnfleisch und Zähne pflegen.

Desweiteren verwende ich noch die Ultraschall-Zahnbürste Emmi-Pet. Mit einer Frequenz von 96 Millionen reinigt sie die Zähne und tötet Bakterien ab. Auch hier ist eine regelmäßige Anwendung notwendig, um den Zahnstein in Schach zu halten.

Zahnsteinentferung ohne Narkose beim Hund

In meiner Praxis biete ich Zahnsteinentferung ohne Narkose an. Ich empfehle meinen Patienten nach der professionellen Zahnsteinentfernung eine regelmäßige Zahnsteinkontrollen (alle 4 bis 6 Monate). In meiner Praxis werden bei diesen Kontrollen dann auch wieder auftretender Zahnstein fürhzeitig entfernt.

Bei weiteren Fragen sprechen Sie mich gern an.

11. Juli 2018
von Sabine Schlebusch
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Maulhygiene des Hundes 2. Teil (Zahnbelag beim Hund)

Im ersten Beitragsteil zum Thema Maulhygiene wurde die Anatomie des Hundemauls näher beleuchtet. In diesem Teil möchte ich mich dem Thema Zahnplaque, oder auch Zahnbelag beim Hund widmen.

Wie entsteht Zahnbelag?

In der Maulhöhle befinden sich unzählige Bakterien. Die einen sind gut und wichtig, wieder andere schaden. Einige dieser Bakterien setzen sich ein paar Stunden (4 – 6 Stunden) nach dem Zähneputzen nahe des Zahnfleischrandes auf die Zähne und bilden einen klebrigen, farblosen Film. Dieser Film wird auch als Biofilm, oder dentale Plaque bezeichnet und setzt sich zusammen aus Bestandteilen des Speichels, Nahrungsresten und bakteriellen Substanzen. Diese Schleimschicht bietet den Bakterien Schutz vor äußere Einflüssen.

Warum ist Zahnbelag gefährlich?

Plaque ist zunächst ungefährlich. Mit der Zeit lagern sich aber immer mehr Bakterien an. Diese Bakterien ernähren sich meist von Zuckern (Kohlenhydrate) und bilden daraus Säuren (z. B. Milchsäure), die den Zahnschmelz angreifen. Daraus entsteht schließlich Karies. Je mehr Zucker diese Bakterien bekommen und je dicker dieser Biofilm ist, desto größer ist die Gefahr Karies zu bekommen.

Was kann ich beim Hund gegen Zahnbelag tun?

Die beste Prophylaxe gegen diesen Zahnbelag ist auch bei Hunden das regelmäßige Zähneputzen. Mindestens ein Mal pro Tag sollten die Zähne gereinigt werden. Ich empfehle, einen Fingerling oder ein Tuch mit einer rauen Oberfläche zu vewenden. Von Zahnbürsten rate ich ab. Wer sich jemals von jemand anderem die Zähne hat putzen lassen, weiß, wie schmerzhaft das sein kann, wenn die Zahnbürste irgendwo in die Backentasche stößt!

Wer möchte, kann auch Zahnpasta verwenden. Es gibt Zahnpasta extra für Hunde, in den entsprechenden Geschmacksrichtungen. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass kein Zucker in der Zahnpasta enthalten ist.

Ich empfehle in meiner Praxis zusätzlich zum täglichen Zähneputzen 2x pro Woche die Zähne mit Fortan Zahnpflege zu reinigen. Fortan ist eine Lösung auf Kokosölbasis und enthält antibakterielle Kräuter. Gibt man es auf den Fingerling und reibt damit Zahn und Zahnfleisch ab, kann leichter Zahnstein entfernt werden und das Zahnfleisch wird gepflegt.

Hängt der Zahnbelag mit der Ernährung des Hundes zusammen?

Nicht der Zahnbelag an sich, aber die Besiedlung des Zahnbelages mit Bakterien hängt stark von der Ernährung ab. Wie zuvor schon erwähnt, benötigen die Bakterien um wachsen und sich vermehren zu können, Kohlenhydrate. Um das Wachstum der Bakterien möglichst gering zu halten, sollte der Hund möglichst kohlenhydratfrei ernährt werden.

Kohlenhydrate finden sich in Form von Stärke oder Fruchtzucker in Getreide, Kartoffeln, Karotten, Äpfeln, Pastinaken etc.. in vielen Fertigfuttern. Sie werden als Füllstoff, Energielieferant, aber auch als Kleber hinzugefügt. Die Krocks des Trockenfutters würden ohne diese Kohlenhydrate zerfallen. Auch viele Nassfutter enthalten Kohlenhydrate, binden so die Flüssigkeit des Fleisches und werden dadurch fest (wie z. B. Sossenbinder). Nassfuter ohne zur Bindung hinzugefügte Kohlenhydrate erkannt man daran, dass das Futter nicht eine homogene Masse ist. Fleischsaft ist ausgetreten, gelegentlich sieht man Fettstückchen und Flüssigkeit in der Dose.

Besonders empfehle ich die Frischfleisch-Fütterung (BARF). Hier kann man selbst bestimmen, wie das Futter zusammengesetzt ist. Mit gelegentlich einem großen Stück Fleisch oder einem knorpeligen Knochen putzt sich der Hund dann selbst die Zähne.

Vorschau 3. Teil

Im 3. Teil beschäftige ichmich mit dem Thema Zahnstein, Risiken des Zahnsteins und Zahnsteinentfernung.

28. Juni 2018
von Sabine Schlebusch
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Maulhygiene des Hundes 1. Teil (Anatomie)

Seit mehr als 4 Jahren biete ich in meiner Praxis Zahnsteinentfernung ohne Narkose an.

Der Zahnstein des Hundes ist, genauso wie der des Menschen, nicht nur ein kosmetisches, sondern vor allem ein gesundheitliches Problem. Statistiken sagen, dass 80% aller Hunde ab einem Alter von 3 Jahren unter Zahnstein leiden. Dieser ist abhängig von Veranlagung, aber auch abhängig von Fütterung und Pflege unterschiedlich stark ausgeprägt. Häufig wird der Zahnstein des Hundes erst aufgrund des schlechten Maulgeruches wahrgenommen.

Um zu verstehen, wie Zahnstein entsteht und was man prophylaktisch dagegen tun kann, muss man sich zunächst mit  der Anatomie des Hundemauls vertraut machen.

Die Zähne des Hundes

Der Oberkiefer des Hundes trägt auf jeder Seite 6 Backenzähne, 1 Eck- oder Fangzahn und 3 Schneidezähne.

Der Unterkiefer beherbergt auf jeder Seite 7 Backenzähne, 1 Eck- oder Fangzahn und 3 Schneidezähne.

Wie man auf den Bildern schön sehen kann, unterscheiden sich die Zähne stark sowohl in ihrer Form als auch in ihrer Größe je nach Funktion.

Der Eck- oder Fangzahn:

Besonders fällt hier der Eck- oder Fangzahn (Caninus) auf. Der Hund hat davon 4 Stück. 2 im Ober- und 2 im Unterkiefer, jeweils getrennt durch die Schneidezähne. Er ist besonders lang und spitz. Die Fangzähne werden bei den Raubtieren dazu genutzt, sich in die Beute zu verbeißen und ein Entkommen der Beute zu verhindern.

Der Reißzahn

Die nächsten auffallenden Zähne sind die Reißzähne (oberer 4. Prämolarer, unterer 1. Molarer). Sie bilden die Brechschere und haben schneidend-brechende Funktion. Mit ihnen werden beim Fressen Muskelstränge, Sehnen, Knorpel und Knochen durchtrennt.

Die Schneidezähne sind klein und werden zum Abnagen und Putzen verwendet.

Das Gebiß des Fleischfressers

Auffallend ist, dass die Zähne anders als bei uns Menschen und bei Pflanzenfressern, keine Kauflächen haben. Sie laufen eher spitz und scharf zu. Das Gebiß ist nicht dazu gedacht etwas zu zermahlen, sondern es zu zerschneiden. Das spiegelt sich auch in der Beweglichkeit des Kiefers wieder. Seitwärts-, also Mahlbewegungen sind im Fleischfressergebiß kaum möglich, nur Auf- und Zu-Bewegungen, wie bei einer Schere. Man nennt das Gebiss des Fleischfressers auch Scherengebiß.

Vorschau auf Teil 2:

Im 2 Teil beschäftige ich mich mit dem zahnbelag oder auch Zahnplaque des Hundes, warum er gefährlich ist und wie ich ihn vermeiden kann.

(Bilder aus: Anatomie der Haustiere, Band II, 6. Auflage, Nickel, Schummer, Seiferle)

 

5. Juni 2018
von Sabine Schlebusch
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Wieder erhältlich! Hunde-Eis von Cold & Dog!

Die Temperaturen steigen und die Schlangen vor den Eisdielen werden länger!

Nun kann auch der Hund sein Eis in den für ihn schmackhaften Sorten bekommen: Frozen Joghurt von Cold & Dog in den Geschmacksrichtungen Rind, Wildlachs, Käse und Apfel/ Banane!

Cold & Dog Frozen Joghurt für Hunde ist…

  • ohne Zuckersatz
  • laktose- und glutenfrei
  • ohne Konservierungsstoffe

6. Oktober 2016
von Sabine Schlebusch
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Interessantes aus der Tierheilpraxis: Futtermittelallergie

Welsh Terrier, 6 Jahre alt, männlich, kastriert.
Mittelohrentzündung, starker Juckreiz an den Pfoten, den Beinen und den Ohren
Laut Bluttest reagiert der Hund allergisch Hausstaub, Milben und Futtermilben und hat zusätzlich noch eine Futtermittelallergie gegen Rind, Huhn, Pute, Ente, Lamm, Getreide…
Tierarzt hat ein hypoallergenes Futter aus der Tierarztlinie verschrieben. Der Hund kratzt sich nach wie vor und die Mittelohrentzündung ist wieder voll erblüht.
So wurde mir der Hund vorgestellt.
Nachdem der Hund bei einer anderen Gelegenheit extrem abneigend auf Akupunktur reagiert hat, habe ich auf diese verzichtet und direkt mit individuell auf den Hund zusammengestellten chinesischen Kräutern und einer Ausschlußdiät behandelt.
Er bekommt zur Zeit ausschließlich Nassfutter aus Pferd mit Kartoffel, Leckerchen und Kaumaterial ebenfalls aus Pferd. Da die Besitzer gern ein Trockenfutter zufüttern möchten, habe ich ihnen das Trockenfutter aus Insektenprotein von Bellfort, Naturgut Schmauß, mitgegeben.
Ca. eine Woche später rief mich die Besitzerin an und berichtete, dass sich die Ohren deutlich gebessert haben und der Hund sich nicht mehr kratzt.
Das Immunsystem des Hundes kennt das Insektenprotein nicht und kann dagegen auch keine Allergie bilden. Die Haut und die Schleimhäute des Hundes kommen zur Ruhe und können mit Hilfe der chinesischen Kräuter schnell heilen.

5. September 2016
von Sabine Schlebusch
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Akupunktur bei Sponsylose

Die Irische Wolfshündin wurde mir mit starke Schmerzen 20160905_124007sowohl in Ruhe als auch in Bewegung vorgestellt. Sie hechelte so stark, dass sie vom Tierarzt auf Herzbeschwerden behadnelt wurde. Nach einer genaueren Untersuchung des Herzens , das vollkommen in Ordnung war, wurden diese wieder abgesetzt.

Ein Röntgenbild brachte Aufklärung: es ist Spondylose.
3 Akupunktursitzungen und homöopathische Mittel lindern ihre Schmerzen. Sie muss nicht mehr so stark hecheln, nimmt wieder mehr am Leben teil. Sie frißt gut und kann wieder selbständig ins Auto einsteigen.20160905_124025
Sicher schreitet die Spondylose voran und sie wird immer wieder Schmerzen haben, aber mit Hilfe der Akupunktur kann ihr schnell geholfen werden.

17. April 2016
von Sabine Schlebusch
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Spaziergänge mit Kind und Hund in Neuss

Wenn man mit Kind und Hund spazieren geht, darf die Runde nicht zu lang sein, so dass das Kind die Lust nicht verliert. Andererseits muss die Runde den Hunden ausreichend Möglichkeit geben sich zu Bewegen, so dass diese auch zu Ihrem Recht kommen. Außerdem sollte sie irgendein Highlight für das Kind aufweisen zur Motivation.

In dieser Rubrik möchte ich ein paar schöne Gassi-Runden beschreiben, die auch für Kinder geeignet sind.

17. April 2016
von Sabine Schlebusch
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Kind und Hund

Mein ganzes Leben habe ich mit Hunden verbracht. Ich bin mit einem Hund aufgewachsen, während des Studiums (natürlich Tiermedizin) hatte ich meinen ersten eigenen Hund. Pucci (ein Hovawart, Schäferhund, Setter-Mix) und ich hatten eine gute Zeit. Wir haben viel miteinander durchgestanden: u. A. den Abbruch des Studiums, Umzüge, Beginn und Abschluß eines anderen Studienganges (Biologie), Krankheiten (meine und Puccies), Beziehungen, Liebeskummer. Es gab Zeiten, da war sie der einzige Grund, warum ich überhaupt aufgestanden bin und wiederum gab es Zeiten, in denen ich sie aus gesundheitlichen Gründen nicht versorgen konnte und meine Eltern das dankenswerter Weise übernommen haben.
Mit 13 Jahren verstarb sie. 3 Monate habe ich es ohne Hund ausgehalten. Dann fand ich Gianna, eine rumänische Straßenschönheit, im Tierheim in München und von da ab begleitete sie mich durch das Leben. Es war nicht immer einfach mit ihr. Sie hatte viele Ängste und forderte viel Aufmerksamkeit. Aber mit und auch durch sie habe ich meinen Mann kennen gelernt. Ganz klassisch beim Gassi gehen im Englischen Garten in München. Die Hunde haben miteinander gespielt. Mein Mann hatte damals eine Hovawart-Hündin. Wir zogen zusammen, die Hunde rauften sich zusammen und dann passierte das, was Alles veränderte:
Wir bekamen ein Kind!
Eigentlich stellt man sich das so vor:
Das Kind ist da, das Leben geht bis auf kleine Ausnahmen weiter seinen Gang. So ein Baby schläft ja viel. Aber Pustekuchen! Wenn das Baby schläft, sollte man zusehen, dass man auch ein wenig Schlaf bekommt, oder duscht, oder etwas ißt…
Über diese Veränderungen im Leben mit Kind und Hund, Praktisches und Nützliches, Hilfreiches aber auch einfach nur Interessantes und Amüsantes möchte ich hier berichten.

29. Januar 2016
von Sabine Schlebusch
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Parvovirose

Ich habe in der letzten Zeit vermehrt gelesen, dass durch den Import von Hunden aus dem Ausland Infektionskrankheiten wie Parvovoirose wieder vermehrt auftritt und man unbedingt mit seinen Hunden zum Impfen kommen soll.

Um das klar zu stellen: ich bin kein Impfgegner. Ich denke, man sollte die Errungenschaften der Wissenschaft mit Verstand für sich und seine Lieben nutzen.

Hier nun einige Informationen zur Parvovirose:

Parvovirose ist eine hoch ansteckende akut verlaufende Infektionskrankheit, die hauptsächlich Welpen im Alter von 2 bis 16 Wochen und alte Hunde betrifft. Sie wird hauptsächlich über direkten kontakt mit einem erkrankten Tier, über  Kot, evtl über Speichel und Erbrochenem übertragen.

Überträger sind zum einen infizierte Hunde, zum anderen Menschen, die mit erkrankten Tieren oder ihren Ausscheidungen in Berührung kamen, z. B. in einen kontaminierten Hundehaufen getreten sind.

Der Erreger ist ist sehr unempfindlich und bleibt bei normalen Temperaturen über ein halbes Jahr infektiös. Auch herkömmliche Desinfektionsmittel können ihm nichts anhaben.

Besonders interessant finde ich, dass nur etwas 10% der sich spontan infizierenden Hunde tatsächlich erkranken. Die übrigen 90% zeigen keine Symptome, immunisieren stumm, scheiden den Virus über den Kot aus und infizieren auf diesem Wege andere Hunde.

Der canine Parvovirus CPV-2 wird über die Nasen- oder Maulschleimhaut durch beschnüffeln oder ablecken kontaminierten Materials (Kot) aufgenommen. Der Virus setzt sich in den Zellkern schnell teilender Zellen, z. B. Darmepithelzellen, Knochenmark und Zellen des lymphatischen Systems. Auch Embryoschäden warden berichtet.

Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 7 Tagen treten die ersten Symptome in Form von Fieber (39,5 bis 41,5 °C), verminderte Futteraufnahme und Teilnahmslosgkeit auf. Weitere Symptome sind blutige Durchfällen mit charakteristischem Geruch, Abnahme der weißen Blutkörperchen und damit einhergehende verminderte Abwehrfähigkeit, so dass das erkrankte Tier empfänglich für Sekundärinfektionen wird. Durchgehend ist der Patient matt, frißt nicht, fiebert und dehydriert.

Bei rechtzeitiger Diagnose ist eine Behandlung möglich. Bei schweren Verlaufsformen erfolgt innerhalb von 12 bis 48 h der Tod. Bei Überlebenden dauert die Erkrankung 12 bis 25 Tage.

Zur Prophylaxe empfielt die ständige Impfkommission eine Grundimmunisierung (8., 12., 16. Woche, 15 Monate) und anschließende Wiederauffrischung alle 3 Jahre.

Auch geimpfte Tiere können an Parvovirose erkranken, allerdings fällt die Infektion nicht so schwer aus, wie bei ungeimpften Tieren.

Bevor Sie Sich nun entschließen, Ihren Hund zu impfen, möchte ich Sie noch darüber informieren, dass man den Impfstatus Ihres Hundes mittels eines Schnelltestes feststellen kann. Nur wenn nicht ausreichend Antikörper in dem Blut Ihres Hundes vorhanden sind, muss und sollte man die Impfung gegen Parvovirose auffrischen.

Ich habe diesen Test vorrätig und Sie können ganz einfach den Antikörperstatus ihres Hundes in meiner Praxis bestimmen lassen. Bei Fragen rufen Sie mich einfach an.